Freugen N. aus Hundscheid
+ 17. Dez. 1650
Freugen
wird zusammen mit acht weiteren Beschuldigten auf dem Blumenberg durch das
Schwert hingerichtet und anschließend verbrannt. Mit ihrer Komplizin Edgen.,
verwandelt sie sich nach dem Ablegen ihrer Kleider mittels eines Gürtels
in einen Werwolf. Damals hatte man die irrsinnige Vorstellung, Frauen könnten
sich, indem sie einen Gürtel umlegten, in Werwölfe verwandeln.
Aus
den Akten:
"Weiter
weiß Freugen zu erzählen, sie und Edgen zu Hundscheid hätten einen Gürtel
gehabt, den sie zusammen gebraucht hätten. Der Gürtel stecke in einem
Birkenstrauch im Thilenhan. Der Rötger im Truttenseifen habe auch einen solchen
Gürtel. Bevor sie den Gürtel anlegten, zögen sie sich erst bis auf die
Haut aus. Dann wären sie Werwölfe und konnten allerlei Vieh beißen und
verderben. So hätten sie und Edgen vor zwei Jahren dem Simon zu Hundscheid
ein Schaf tot gebissen, es bis zum Abend im Ginster liegen lassen und dann
mit auf den Tanz auf der Hohenportz genommen. Damals hätten sie Fleisch
mitbringen müssen. Dieses war üblich bei den Werwölfen und würde so strickte
gehalten, als wenn ein Landesherr einem Untertan etwas auferlegt hätte.
Gefragt, wer das Fleisch daselbst gekocht, antwortet sie: Müller Gerhard
und Rörich Solbach. Das Kochen ginge bei ihnen auch um wie das
Fleischbringen. Letzteres komme selten an einen, weil die Gefolgschaft groß
sei und die Tänze nur alle Donnerstage abgehalten würden. Die
Richter hätten gern einen solchen Gürtel in Händen gehabt, aber Freugen
sagte, man würde ihn nicht finden, auch wenn sie danach suchten."
Edgen
wurde am 22. Nov. 1650 hingerichtet.
Müller
Gerhard
und Rörich Solbach wurden am 03. Dez 1650 hingerichtet.
Freugen
starb am 17. Dez 1650 durch das Schwert und wurde anschließend verbrannt.
