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Friesenhagen - Der Hexenwahn im Wildenburger Land
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Friesenhagen - Der Hexenwahn im Wildenburger Land
oder
"...noch einmal meine Kinder sehen" die wahre Geschichte der Agnes Schmitt
Viele Menschen haben schon einmal von Hexenverbrennungen oder Hexenwahn gehört. Einige vielleicht sogar im Zusammenhang mit der Gemeinde FRIESENHAGEN im Wildenburger Land. Dort wurden zwischen den Jahren 1590 und 1652 über 200 Männer und Frauen aus dem Herrschaftsbereich Wildenburg aufgrund von Verleumdung und Denunzierung als Hexen oder Zauberer verbrannt.
An der Stelle, wo einst unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten, steht heute eine Kapelle, die der Heiligen Anna geweiht ist. Im Volksmund nennt man sie auch ROTE KAPELLE. Die rote Farbe soll als Mahnung an das viele Blut, dass dort vergossen wurde, erinnern.

Natürlich ist man sich in Friesenhagen auch heute noch seiner Geschichte bewusst. Aber die Geschehnisse, die schon so viele Jahre zurückliegen, kann kaum jemand mehr im Detail beschreiben. Über 350 Jahre sind seit der letzten Hinrichtung vergangen und Hexen findet man nur noch im Märchen oder zu Karneval.
Wer von uns kennt heute noch seine Ur-Ahnen aus tiefster Vergangenheit?
Peter Schmitt, Lieschen Koch, Theis vom Hammer, Peter Quast, Johann Klein von Stade, Johann Solbach, Heiman Kemper, Theis Busenhagen oder Arnold Kremer genannt Pfalzgraf zu Kappenstein.
Namen, die auch heute noch vertraut klingen in Friesenhagen! Doch wer waren diese Menschen, was erlebten sie, wie starben sie und wer erinnert sich heute noch an sie?

Anfang der 50er Jahre schrieb Joseph Rinscheid aus Niederfischbach die geschichtliche Erzählung "...noch einmal meine Kinder sehen". In diesem kleinen Buch, dass der Autor im Selbstverlag herausbrachte, beschrieb er die Geschehnisse um Agnes Schmidt - die am 17. Dez. 1650 der Hexerei bezichtigt auf dem Scheiterhaufen ihr Leben lassen musste und zuvor nur noch einen letzten Wunsch hatte:
"...noch einmal meine Kinder sehen"!
Die Erzählung um Agnes Schmidt ist keine erfundene Geschichte! Agnes Schmidt und alle mit ihr genanten Personen haben tatsächlich gelebt! Somit bietet das kleine Buch von Joseph Rinscheid eine wunderbare Gelegenheit in das dörfliche Leben der Gemeinde FRIESENHAGEN vor über 350 Jahren zu blicken und dabei zeitgleich die grausamen Geschehnisse des Hexenwahns zurück in unser Bewusstsein zu rufen.
Gedenken wir Agnes Schmidt, die tapfer den letzten Weg zum Scheiterhaufen auf den Blumenberg ging, an Kaplan Wilhelm Breuer der sich des Unrechts vollkommen bewusst war und so vielen dem Tode geweihten Menschen Trost und Beistand spendete oder jenem bereits erwähnten Pfalzgraf von Kappenstein - Arnold Kremer dessen Einkerkerung im Dezember 1650 nur wenige Tage nach Agnes Schmidts Hinrichtung dafür sorgte, dass Graf Hermann von Hatzfeld seinem obersten Gerichtskommissar - HERMANN HEISTERMANN - das Handwerke legte, dieser nach Paderborn fliehen musste und sein grausames Werk in Friesenhagen nicht vollenden konnte.
Arnold Kremer nutzte dies jedoch nur kurz - nach anderthalb jährigem Prozess wurde er 1652 auf dem Blumenberg in Friesenhagen hingerichtet. Aufgrund einer ironischen Äußerung zum Hexenglauben geriet er unter Verdacht. In der Anklage bezichtigte man ihn ein Werwolf zu sein. Fanden sich doch schnell Augenzeugen, die den Pfalzgrafen in Gestallt eines Werwolfes gesehen haben wollen.

Aber auch Joseph Rinscheid, der vor 56 Jahren die Geschehnisse um Agnes Schmidt und ihre Familie aufschrieb, sei hier besonders zu erwähnen!
Das kleine, mal gerade 26 Seiten umfassende Buch "...noch einmal meine Kinder sehen", ist schon seit Jahren vergriffen und es dürfte heute kaum noch Exemplare geben. Damit es nicht in Vergessenheit gerät haben wir es auf diesen Seiten noch einmal für die Öffentlichkeit bereitgestellt! Hier gilt unser besonderer Dank dem Heimatverein für Olpe und Umgebung e. V.! Infos zu den Copyrights erhalten Sie über den Link am Ende dieser Seite.
Doch nun tauchen Sie ein in eine längst vergessene Zeit voller Unrecht und Grausamkeiten...
im Gedenken an über 200 Menschen, die auf brutalste Weise ihr Leben lassen mussten...
vor über 350 Jahren in einem kleine Ort namens
FRIESENHAGEN
.D I E S I S T I H R E G E S C H I C H T E !
Letztes Update: 20.05.2010
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