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Kaplan Wilhelm Breuer  

 

   

Kaplan Wilhelm Breuer war seit 1646 Hofkaplan der Grafen v. Hatzfeld zu Wildenburg. Jedoch war er nicht nur Hofkaplan, sondern auch guter Freund und Berater der Grafen.

Breuer war Zeit seines Lebens ein Gegner von Hexenprozessen und man kann davon ausgehen, dass die ablehnende Haltung der Hatzfeldschen Grafen auf den Einfluss von Wilhelm Breuer zurückzuführen ist.  

Breuer war ein Befürworter der Thesen von Friedrich Spee. Spee hat in dem Buch „Cautio Criminalis“ (unter falschem Namen veröffentlicht) die Vorgehensweisen der Hexenrichter scharf kritisiert und lebte seither selber in großer Gefahr angeklagt zu werden.  Breuer hatte Heistermann schon früh durchschaut und scheute sich nicht, bei entsprechender Gelegenheit, Einspruch gegen die Verurteilungen und Vorgehensweisen Heistermanns einzulegen. Heistermann ließen die Vorwürfe jedoch unberührt. Er warf Breuer sogar vor, die Wildenburger seien rückständig, da man anderswo noch viel härter vorgehen würde.  

Kaplan Breuer versuchte seinen ganzen Einfluss auf die Grafen v. Hatzfeld geltend zu machen und nutzte jede Möglichkeit, die Hatzfeldtschen von der ungerechten Grausamkeit und Habgier Heistermanns zu überzeugen. So schrieb er in einem Brief an  Freiherrn Wilhelm Heinrich von Hatzfeld: „Es scheint, dass der Geldhunger Herrn Heistermann eingenommen hat“ – „wenn es so weiter ginge hätten die Hatzfeldtschen bald keine Untertanen mehr“.  

Er stand den Verurteilten stets mit Trost und Beistand zur Seite. Hilflos gegen die übermacht Heistermanns war es seine größte Aufgabe, den gottesfürchtigen Männern und Frauen in ihrem größten Leid beizustehen. Auch für Agnes Schmitt - und vor allem für ihre Kinder - war Kaplan Breuer eine große Hilfe in schwerster Not.

 Kaplan Wilhelm Breuer war ein tapferer und aufrichtiger Mann, der gegen das von Heistermann ausgeübte Unrecht im Wildenburger Land ankämpfte. Auch auf die Gefahr hin selber unter die Mahlsteine der Hexenjustiz zu geraten, so schreckte Heistermann nicht davor zurück Kaplan Breuer selbst mit dem Scheiterhaufen zu drohen.

Zu offensichtliche Anteilnahme an dem Schicksal vermeintlicher Hexen war oftmals ein sehr verdächtiges Zeichen für die eigene Schuld eine Hexe zu sein und neue geldbringende Opfer waren Heistermann stets willkommen.  

Kaplan Breuer störte dies nicht, sein fester und tiefer Glaube an Gott gab ihm die Stärke und die Kraft für so viele Menschen trostbringender Beistand und Helfer in der Not zu sein.

 

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