Time To Rest
  • Home
  • ...NOCH EINMAL MEINE KINDER SEHEN
  • HEXENPROZESSE IN FRIESENHAGEN
  • links
  • Gästebuch
  • E-Mail

    • FRIESENHAGEN       
    •  HEXENTANZ   
    •   GALERIEN   
    • CHRONIK    
    •   FORUM 

 

Lorenz von Ebertseifen

 + 13. Sep. 1629 

 

Lorenz von Ebertseifen (Katzwinkel), ein gottesfürchtiger und fleißiger Bauer, geriet damals wie so viele Frauen und Männer des Wildenburger Landes in den Verdacht, ein Zauberer zu sein. So war doch im vorigen Jahr sein Getreidefeld vom Hagel verschont geblieben, während es auf dem benachbarten Felde des Bauern vom Hofe Hassel vernichtet worden war! Solch ein Glück konnte Lorenz nur durch einen Bund mit dem Teufel erlangt haben. Warum hatte er sich nicht verteidigt, als ihn einige seiner Nachbarn des Zauberlasters beschuldigten? „Vor dem muss man sich hüten“ so die Meinung seiner Nachbarn!

Noch deutlicher wurde seine Schuld, als kurz danach auf dem Hofe Alteweiher eine Kuh erkrankte und verstarb, nachdem Lorenz auf dem Hof gewesen war. Jetzt glaubte jeder, dass Lorenz als Verbündeter des Teufels Not über Menschen, Vieh und Ernte brachte. Er wurde dem Hexengericht in Wildenburg vorgeführt. Hier hatten schon vorher einige angeklagte „Hexen“ ausgesagt, dass sie Lorenz bei den Teufelstänzen gesehen hätten.

Der Hexenrichter ließ Lorenz auf die Wildenburg bringen und in den großen Turm einsperren.

Hier sollte er zwei Tage über seine „Schuld" nachdenken. Am dritten Tage begann das Verhör. Der Hexenrichter verlangte von ihm, seine Schuld sofort zu bekennen, sonst müsse er die Tortur der Folter durchleiden, um seine Unschuld zu beweisen. Lorenz bekannte sich aber nicht schuldig, auch dann nicht, als man ihm drei zum Tode Verurteilte gegenüberstellte, die ihn alle beschuldigten, bei den „Hexentänzen“ dabei gewesen zu sein.

Um sein Geständnis zu erzwingen, musste ihm der Scharfrichter die Beinschrauben anlegen. Ein Schraubstock in dem seine Beine fest eingeklemmt wurden. Da er nicht gestehen wollte, wurden die Schrauben noch fester angezogen. Lorenz blieb bei seiner Aussage.

Lorenz forderte eine Wasserprobe, um somit seine Unschuld zu beweisen.

Bei der Wasserprobe warf man die Angeklagten mit zusammengebundenen Armen und Beinen in den Mühlteich. Blieben sie an der Oberfläche, glaubte man, der Teufel stehe ihnen bei. Gingen sie unter, glaubte man an ihre Unschuld, dies konnte sie jedoch leicht das Leben kosten. Lorenz „schwamm aufrichtig " und wurde deshalb abermals gefoltert. Viermal hielt er die Folterqualen aus. Damit wäre nach dem damaligen Recht seine Unschuld bewiesen gewesen.

 

Der unnachgiebige Hexenrichter aber ließ Lorenz zum fünften Male foltern.

 

Jetzt verließen Lorenz seine Kräfte. Zuviel Qualen hatte er in den vergangenen Tagen erleiden müssen. In seiner großen Pein gestand er, ein Zauberer zu sein. Er sagte aus, dass er bei den Teufelstänzen mit anderen Hexen und Zauberern getanzt und gefeiert habe. In einer Kuhklaue habe ihm der Teufel Wein gebracht. 

Am 13. September 1629 wurde Lorenz von Ebertseifen auf dem Blumenberg bei dem Lindchen bei lebendigem Leibe verbrannt. 


(Aus „Land an Sieg und Wied")

 

 

Zurück

 

 

| Home |  ...Noch einmal meine Kinder sehen | Hexenprozesse | Links | Gästebuch | E Mail | Impressum | Haftung | Copyright |
© www.friesenhagener-geschichte.de | Template-Design by Ginger Ninja! | Page-Design by www.friesenhagener-geschichte.de