Thomas von Güdelhofen
+ 1617
Am
12. Dezember 1617 wurde Thomas von Güdelhofen inhaftiert. Er sagte aus,
dass ihm 10 Jahre zuvor der Teufel in Gestalt eines jungen Mädchens begegnet
sei. Er habe in 14 Fällen Vieh geschädigt, am Teufelstanz teilgenommen
und schlechtes Wetter und Frost herbeigezaubert. Er denunzierte auch
weitere Personen. Am Gerichtstag widerrief er alle seine Aussagen und wurde wieder
ins Gefängnis gebracht. Am nächsten Tag hatte er einen dick geschwollenen
Kopf. Zunächst behauptete er, er habe sich an einem Stein gestoßen, doch
dann sagte er, der Teufel in Weibsgestalt sei zu ihm gekommen und habe ihm
geraten, die Zauberei nicht zu bekennen. Weil er dem nicht folgen wollte,
habe der Teufel ihm einen Stoß auf den Kopf gegeben und ihm angedroht, den
Hals ganz zu zerbrechen. Weiter hatte er gestanden, sein Schwager Gerhard sei
nicht nur ein Zauberer, sondern wie er selbst auch ein Werwolf. Er
wurde 1617 verbrannt.
(Joseph Rinscheid, Der Hexenwahn im Wildenburger Land, in:
Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde 1963, 2. Hälfte, S. 204-276, hier S. 207f.)
